Wir müssen reden!

Unter dem Titel ist heute eine Stellungnahme der KSHG Münster veröffentlicht worden, die auch von der KHG Flensburg unterzeichnet wurde. Sie nimmt Bezug auf die Situation in der KHG Köln, wo Diskursfreiheit und offene Meinungsäußerung infrage gestellt worden sind.

Hier findest Du den Text im Wortlaut:

Wir müssen reden!

Endlich inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen des Positionspapiers der KHG Köln

Der Konflikt um das Positionspapier „Wir wollen glaubwürdig bleiben“ der hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der KHG Köln beschäftigt nach wie vor viele Hochschulgemeinden, Verbände und studentische Gruppen. Der Schaden für die Hochschulpastoral ist schon jetzt enorm! In einem Offenen Brief vom 15. Januar 2021 forderten die Autor*innen erneut zum Dialog auf. 1

Vertreter*innen des Erzbistums Köln haben seit November 2020 mehrfach öffentlich eine offene Auseinandersetzung angekündigt: „Es geht uns darum, als Kirche die Themen zu diskutieren und als Hochschulgemeinde die Studierenden in den Blick zu nehmen.“ Notwendig sei ein „offener, lebendiger und gleichzeitig sachlicher und ausgewogener Austausch von Meinungen“. 2 Worten müssen nun auch Taten folgen. Wir müssen reden!

Hochschulgemeinden sind Orte, an denen frei und auch öffentlich kritisch über den Glauben nachgedacht wird. Im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils können solche Diskurse dazu beitragen „Zeichen der Zeit“ zu erkennen, nach denen zu suchen der ganzen Kirche aufgetragen ist (vgl. Gaudium et spes 4). Ein freier und glaubwürdiger Diskurs unter Studierenden und mit den Vertreter*innen der KHG ist unmöglich, wenn dieser vor der Drohkulisse von Sanktionen stattfindet. Auch über Köln hinaus führen die Handlungen der Bistumsleitung zu Verunsicherung und Einschüchterung, besonders unter Theologiestudierenden im Blick auf ihre Berufs- und Berufungsperspektive.

Obwohl es geltendem Arbeits- und Kirchenrecht entspricht, dass das Erzbistum Köln seinen Mitarbeiter*innen die Veröffentlichung des Positionspapiers verbieten kann, ist es eine ganz andere Frage, ob diese Art des Miteinanders der angemessene Weg ist. Unseres Erachtens nach nicht! Wir sehnen uns nach einer menschenzugeneigten, dialogfähigen, theologisch versierten Kirche.

Eine inhaltliche Auseinandersetzung halten wir für unbedingt notwendig! Wenn die Leitung im Erzbistum Köln dazu nicht bereit ist, müssen wir das übernehmen! Wir werden daher eine Reihe von digitalen Veranstaltungen im Sommersemester 2021 durchführen, um endlich inhaltlich über die Punkte des Positionspapiers in einen offenen Austausch zu kommen. Hierzu rufen wir alle anderen Hochschulgemeinden auf, sich an der Planung zu beteiligen. Zu den Veranstaltungen laden wir die Vertreter*innen des Erzbistums Köln herzlich ein.

03. März 2021
KSHG-Rat Münster
Katholisches Hochschulzentrum QuellPunkt, Aachen
KHG Bremen
KSG Berlin
KHG Dresden
KSG Erfurt
KHG Flensburg
EKSG Freiberg
KHG Göttingen
KSG Halle
KSG Ilmenau
EHG & KHG Lüneburg
KHG Nürnberg
KHG Osnabrück
Gemeinderat der KHG Tübingen

1 Offener Briefe vom 19.01.2021, online abrufbar: https://solidaritaetmitderkhg.wordpress.com/ (zuletzt abgerufen 17.02.2021). 2 Stellungnahme des Erzbistums Köln, zitiert nach: katholisch.de (Felix Neumann): „KHG Köln: Erzbistum untersagt weiter Positionspapier-Veröffentlichung“ vom 18.01.2021. 

Ein Hauch Europa weht durch die KHG

EU-Abgeordneter Rasmus Andresen kommt digital in die KHG

Am 12.01.2021 wird Rasmus Andresen online mit uns ins Gespräch kommen. Als "Flensburger Jung" sitzt er für Bündnis 90/Die Grünen im EU-Parlament und hat dort unter anderem am New Green Deal mitgearbeitet. Themenwünsche für den Themenabend können noch bis zum 04.01. bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! eingereicht werden!

Seelsorge auf dem Campus

Hochschule Flensburg berichtet über die hochschulpastoralen Aktivitäten von KHG und ESG

Gerade im aktuellen Semester sind seelsorgliche Angebote, insbesondere Einzelgespräche, stärker gefragt. In den Aktivitäten der Hochschulgemeinden können Studierende, Lehrende und Mitarbeitende von Universität und Hochschule Anschluss auch in dieser Pandemiesituation finden. Die Hochschule war im Gespräch mit Peter Rönndahl (ESG) und Jonas Borgwardt (KHG) – der ganze Beitrag ist hier zu finden: Seelsorge auf dem Campus mehr denn je gefragt | Hochschule Flensburg (hs-flensburg.de)

 

Vom umbringen, abziehen und einlegen

Nein, es war kein Krimiabend, oder vielleicht doch? Am 1. Dezember hat uns die stadtbekannte Petuh-Tante Hilke Rudolph (links im Bild) mit der Flensburger Mundart Petuh bekannt gemacht. Die Mischsprache aus deutsch, dänisch, plattdeutsch und plattdänisch hat sich im heutigen Sprachgebrauch in Flensburg ein Stück weit erhalten. So ist "Ssünde" gar nicht so schlimm, es bedeutet schlichtweg "schade"; und wenn jemand sagt, "Sie sollten doch einen Kaffee mitbringen", dann ist das "sollen" einfach nur mundartlich für alles gemeint, was Sie "wollen". Übrigens: umbringen, abziehen und einlegen kann man ganz gut mit seinem eigenen Kind machen: Es nach Hause bringen, es ausziehen und ins Bett legen.

Mit Hilke Rudolph wird es übrigens im Frühjahrssemester wieder einen Abend geben – sie bietet nicht nur Petuh-Abende und Stadtführungen an, sondern wird sich mit uns auf den Weg durch die Marienhölzung machen. Der Termin steht noch nicht fest.

Meinungsfreiheit, Migration, Wahlen und mehr

Auch Flensburg mit zwei Delegierten bei der digitalen Delegiertenversammlung (DV) der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Hochschulgemeinden (AKH) auf Bundesebene am 20. und 21. November 2021 vertreten • Beschlüsse zur Migrationspolitik und zur KHG Köln gefasst • Flensburg künftig im Bundesvorstand 

Zur Migrationspolitik verabschiedeten die Delegierten eine an Bundestag, Bundesregierung und Deutsche Bischofskonferenz gerichtete Stellungnahme zur aktuellen Geflüchtetenpolitik der EU, die u.a. sichere Fluchtwege, Schutz des Lebens und der Menschenwürde, internationale Solidarität und ein gesamteuropäisches Verfahren sowie bessere Möglichkeiten der Integration fordert. Angesichts „der tragischen Situation Geflüchteter auf dem Weg in eine sichere Zukunft sieht sich die AKH als Vertreterin christlicher Grundwerte und Menschenrechte verpflichtet, auf diese Missstände aufmerksam zu machen und an die Verantwortlichen zu appellieren, dass eine menschenwürdige Politik für Geflüchtete notwendig und unabdingbar ist“, so der Beginn der Stellungnahme im Wortlaut. Als Menschen, als Christ:innen und als katholische Organisation könne und wolle man nicht schweigend zuschauen. Entsprechend der Stellungnahme und dem bisherigen Engagement zahlreicher Hochschulgemeinden in der Flüchtlingsarbeit, wurde dem Beitritt der AKH zum Bündnis „United for Rescue“ mit großer Mehrheit entsprochen.

Neben der Migrationspolitik wurden als weitere thematische Schwerpunkte der DV insbesondere die aktuellen gesellschaftspolitischen Themen „Nachhaltigkeit“ und „aktuelle politische Strömungen“ ausgemacht, die ebenso wie das Thema „Migrationspolitik“ 2021 in einem eigenen Ausschuss behandelt werden sollen. Zu den aktuellen Vorgängen in der KHG Köln (siehe die gemeinsam mit den weiteren Bundesorganisationen der Hochschulseelsorge veröffentlichte Stellungnahme „Unverständnis und Empörung über die Vorgänge um die dortige Hochschulgemeinde“ vom 20. November 2020) erklärten sich die Delegierten der DV solidarisch mit der KHG Köln in deren Bemühen, Meinungsfreiheit gegenüber der Bistumsleitung gewährleistet zu sehen.

Desweitern befasste sich die DV intensiv mit Fragen, die sich im Zusammenhang mit der geplanten Reform der Bundesstrukturen der Hochschulpastoral stellen und unterstrich das Anliegen eines partizipativen und demokratischen Austauschs. Demnach sei eine paritätische Vertretung von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in einer zukünftigen Mitgliederversammlung ein zentrales Anliegen. Die DV wählte

  • Jonas Borgwardt (Flensburg),
  • Franz-Josef Dobelmann (Saarbrücken),
  • Rick Hümmert (Würzburg),
  • Susanna Laux (Saarbrücken),
  • Pauline Mika (Dresden),
  • Raphael Röwekamp (Münster),
  • Magdalena Schmitt (Köln)

als neue Mitglieder in den zwölfköpfigen Vorstand. Ruth Luschka (Regensburg) rückte für ein ausgeschiedenes Mitglied nach. Als Vorsitzende wurde Magdalena Schmitt (Köln) für ein zweites Amtsjahr bestätigt. Die gesamte DV fand erstmals rein digital statt. Vorausgegangen war in der Woche zuvor bereits das digitale Veranstaltungsformat eines Pub-Quiz, an dem 33 deutsche Hochschulgemeinden teilnahmen (s. Bericht auf katholisch.de: „Pub-Quiz: 33 deutsche Hochschulgemeinden treten zum großen Showdown an“). Redaktion:  Marco Petrelli, Referent FHoK

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